SOL Soziales Lernen · Modul 002
Verstehen erklärt. Es entschuldigt nicht alles.

Bedürfnisse verstehen, ohne alles zu rechtfertigen

Du übst, Bedürfnisse hinter einem Verhalten zu erkennen. Gleichzeitig prüfst du Grenzen und findest faire Wege, wie ein Bedürfnis berücksichtigt werden kann.

Alle Menschen haben Bedürfnisse. Aber nicht jedes Verhalten ist okay. Du findest faire Lösungen.

⏱ 45–60 Minuten🎒 empfohlen: Klasse 5/6🔁 Varianten: 7/8 und 9/10💾 speichert nur auf diesem Gerät
0 von 4 Pflichtaufgaben
Pflichtaufgabe 1

Ein Moment in der Pause

Niko möchte das Gruppenplakat fertigstellen. Zwei andere reden gleichzeitig. Niko ruft: „Ich brauche Ruhe. Also müsst ihr jetzt alle still sein!“

Was wäre als erster Schritt besonders hilfreich?

Dein Ziel

Erkennen
ein mögliches Bedürfnis hinter einer Aussage finden.
Trennen
Bedürfnis, Wunsch, Strategie und Verhalten unterscheiden.
Abwägen
Grenzen achten und mehrere faire Lösungen vergleichen.

Du kannst es, wenn du in einer erfundenen Situation ein verständliches Bedürfnis benennst, problematisches Verhalten trotzdem klar begrenzt und eine faire Alternative auswählst.

Du musst hier nichts Persönliches erzählen. Du kannst immer mit den erfundenen Personen arbeiten. Private Notizen werden nicht versendet.

Wähle deinen Lernweg

Bedürfnis, Wunsch und Verhalten sind nicht dasselbe

Bedürfnis
zum Beispiel Sicherheit, Ruhe, Zugehörigkeit oder Mitbestimmung
Wunsch / Strategie
zum Beispiel: „Alle sollen jetzt schweigen.“
Verhalten
zum Beispiel ruhig bitten, laut werden oder jemanden wegschubsen

Ein Bedürfnis kann Verhalten verständlicher machen. Es macht verletzendes oder gefährliches Verhalten aber nicht automatisch richtig. Vor einer Lösung kannst du prüfen: Welches Bedürfnis ist wichtig? Welche Grenze gilt? Welche anderen Wege gibt es?

Klasse 5/6: Ein Bedürfnis ist etwas, das Menschen für ihr Wohlbefinden brauchen. Ein bestimmter Sitzplatz ist dagegen meist nur eine mögliche Lösung.
Pflichtaufgabe 2

Sortierlabor: Was ist was?

Ordne mindestens acht Karten ein. Unterscheide grundlegende Bedürfnisse, konkrete Wünsche oder Strategien und beobachtbares Verhalten.

Bedürfnis

Wunsch / Strategie

Verhalten

Pflichtaufgabe 3

Falllabor: verstehen und klar begrenzen

Mara kommt verspätet zur Gruppenarbeit. Die anderen haben das Plakat fast fertig. Mara stößt einen Stuhl zur Seite und sagt laut: „Ihr seid alle falsch!“ Später sagt sie: „Ich wollte doch nur dazugehören.“

1. Welche Bedürfnisse könnten eine Rolle spielen? Wähle mindestens zwei passende Möglichkeiten.
2. Welche Hinweise sind wirklich beobachtbar?
4. Welche nächste Handlung verbindet Grenze und Lösung?

Die Bedürfnis-Grenzen-Lupe

  1. Beobachten: Was ist tatsächlich passiert?
  2. Verstehen: Welches Bedürfnis könnte wichtig sein?
  3. Begrenzen: Welches Verhalten ist nicht in Ordnung oder nicht sicher?
  4. Alternativen: Welche zwei fairen Wege könnten das Bedürfnis berücksichtigen?
Wichtig: Ein Bedürfnis verdient Beachtung. Es gibt aber kein Recht, andere zu verletzen, zu bedrohen, zu beschämen oder über ihre Grenzen zu bestimmen.
Pflichtaufgabe 4

Handlungswissen-Check

1. Was ist eher ein Bedürfnis?
2. Welche Aussage ist fachlich am genauesten?
3. Welche Reaktion verbindet Verständnis und Grenze?
4. Was gilt für Strategien?
freiwillig · bleibt privat

Dein nächster Schritt

Du kannst mit einer erfundenen Person arbeiten oder diesen Teil überspringen. Deine Eingabe bleibt auf diesem Gerät und wird nicht übertragen.

Abschluss und Abgabe

Bearbeite die vier Pflichtaufgaben. Danach siehst du hier deine Zusammenfassung.
Nur nach schulischer Freigabe aktivieren. Wird ausschließlich für das Lernfeedback verwendet.
Übertragen werden: Modul, Klasse, Name oder Alias, E-Mail nur bei aktiviertem Feedback, Lernweg, Bearbeitungsstand, Ergebnis des Handlungswissen-Checks und sachliche Kompetenzindikatoren. Nicht übertragen werden: private Notiz, Freitext zur eigenen Person, persönliche Fallschilderungen oder die optionale Weiterdenken-Notiz.

Wenn dich ein Thema belastet

Dieses Modul ist zum Lernen da. Es ersetzt keine persönliche Beratung. Du kannst mit einer vertrauten erwachsenen Person, einer Lehrkraft oder der Schulsozialarbeit sprechen.

  • Kinder- und Jugendtelefon: 116 111, kostenlos und anonym, Montag bis Samstag 14–20 Uhr.
  • Akute Gefahr: Rettungsdienst 112 oder Polizei 110.

Hilfeangaben zuletzt geprüft: 17.07.2026. Die Webseite sendet keine Krisenmeldung.

Diese Daten werden übertragen

Prüfe die Angaben. Private Notizen sind nicht enthalten.